Glänzender Auftritt für Karosserie-Schrott

Für unsere Kunden gehen wir gerne auch ungewöhnliche Wege: Der Innenausbau und die Möblierung des neuen Flagship-Clubs für Lynk & Co in Amsterdam führten uns diesmal auf den Wertstoffhof einer lokalen Rohstoffverwertung, um dort nach gepresstem Karosserieschrott zu suchen.
Hintergrund war das gemeinsam entwickelte Interior-Konzept der Designbüros S-P-A-C-E Projects und Studio Alexander Fehre für die neuen Clubräume des Autoherstellers Lynk & Co, mit dessen Umsetzung Ganter beauftragt wurde. Für die flexibel nutzbaren Räumlichkeiten war u.a. ein Ensemble aus Displaytischen vorgesehen, mit Oberflächen aus einer Kombination verschiedener Abfallprodukte (Automobilschrott und recycelte Zeitungen). Diese Upcycling-Idee entstand in Hinblick auf die Agenda von Lynk & Co., die mit einem neuartigen Auto-Abomodell eine Kultur der Nachhaltigkeit vorantreiben möchten.
Immer darauf bedacht die bestmögliche Lösung für unsere Kunden zu finden, haben wir zunächst den Markt auf fertige Produkte gescannt. Da das Ergebnis nicht unseren Vorstellungen entsprach, sind wir schließlich bei einer Rohstoffverwertung fündig geworden, wo u.a. Aluminiumreste, die beim Karosseriebau im Rahmen des Zuschnitts entstehen, zu transportfähigen Würfeln gepresst werden.

Außergewöhnliche Konzepte verlangen ungewöhnliche Maßnahmen

Während die Maßanfertigung von Möbeln nach exakten Vorgaben und detaillierten Plänen erfolgen kann und Unsicherheiten beispielsweise durch den Bau von Prototypen im Rahmen einer intensiven Bemusterungsphase abgebaut werden können, mussten wir uns in diesem Fall schrittweise an die Vorstellungen des Kunden und die im Konzept nur grob skizzierte Idee herantasten.
Auf dem Gelände der Rohstoffverwertung haben unsere Kollegen intensiv nach den spannendsten Schrott-Würfeln gesucht, deren Oberfläche und Haptik den Vorstellungen und grob vorgegebenen Maßangaben der Designer und des Kunden entsprachen.
Um die Schrott-Würfel als Displaytische einsetzen zu können, musste die Oberflächenstruktur so gewählt werden, dass nicht zu viele und zu tiefe Furchen das Auslegen von Waren später erschweren, gleichzeitig galt es besonders interessante Objekte mit einer möglichst rauen Oberfläche zu finden, in deren Struktur sich noch deutlich die Spuren des Pressvorgangs nachvollziehen lassen.
Da die Form der Würfel aus der Verarbeitung in der Aluminiumpresse resultiert und nicht mehr stark verändert werden kann ohne den besonderen Charakter der Schrott-Würfel zu zerstören, wurden lediglich scharfe Kanten und abstehende Teile abgeschliffen, um die Verletzungsgefahr zu reduzieren.
Präsentiert wird auf den ungewöhnlichen Präsentationstischen nun eine sorgfältig kuratierte Auswahl von Produkten gleichgesinnter Partner, die ganz im Sinne von Lynk & Co. eine nachhaltige Agenda vorantreiben: z.B. japanische Vintage Sneaker, lokal produzierte Skateboards oder hippe Sonnenbrillen. Die Lifestyle-Produkte können genauso wie alle freistehenden Möbel käuflich erworben werden. Auch diese wurden aus Upcycling-Materialien produziert: So besteht ein zentral platzierte Tisch beispielsweise aus altem Meeresmüll und die Barhocker sind mit Lynk & Co’s eigenem Stoff bezogen, der aus recycelten Fischernetzen gewonnen wird. Die Möbel unterteilen die Clubräume in unterschiedliche Zonen, um sich auszutauschen, um gemeinsam zu arbeiten und um sich inspirieren zu lassen, denn im Zentrum steht nicht das zu erwerbende Automodell, sondern der Community-Gedanke:

Together we can move better

Dieses Credo von Alain Visser (CEO, Lynk & Co )können wir nur unterstreichen und auch auf unsere Zusammenarbeit beziehen, denn das bestmögliche Ergebnis kann nur erzielt werden, wenn alle Beteiligten gewillt sind nach der optimalen Lösung zu suchen.

 

Foto 1, 2 und 4: Ganter Group

Foto 3: Today’s brew / Lynk & Co